Grafiken von: Joseph Beuys, Imi Knoebel, Heinz Mack, Blinky Palermo,
Sigmar Polke, Günther Uecker etc.
Seit Ende der 50er entwickelte sich in Düsseldorf eine bedeutende Kunstszene, die sich von den bisherigen Kunstrichtungen wie Moderne oder Informelle absetzten wollte. Otto Piene, Heinz Mack und wenig später Günther Uecker bildeten die Gruppe „Zero“, die bewußt mit ihrer Kunst bei Null anfangen wollten. Weg von der üblichen Malerei auf Leinwand, stand hier die Materialität der entstehenden Objekte in Vordergrund. Günther Uecker schuf seine Nagelbilder, Heinz Mack widmete sich der kinetischen Kunst und Otto Piene bearbeitete Leinwand und Papier mit Feuer. Parallel schuf Gotthard Graubner seine Kissenbilder, ebenfalls eine neue Materialität in der Kunst.
Wesentlich radikaler setzte Joseph Beuys die unterschiedlichsten Gegenstände in seinen Kunstwerken ein. Berühmt sind Fettecken, Filz, Felle, Kleidung u.d.g., nicht nur bei seinen Aktionen, sondern auch bei Installationen, Objekten und Editionen. Seine „erweiterten Kunstbegriff“ hatte den Anspruch, überkommene gesellschaftliche Konventionen – auch die in der Kunst – zu verändern. In seiner Zeit als Professor an der Düsseldorfer Kunstakademie (1961 -1972) hat er zahlreiche, heute bedeutende Künstlerinnen und Künstler inspiriert und animiert, den eigenen künstlerischen Weg zu gehen. Zu seinen Studentinnen und Studenten zählten u.a. Felix Droese, Imi Knoebel, Inge Mahn, Blinky Palermo, Katharina Sieverding und Johannes Stüttgen.
So war das Credo von Blinky Palermo eine „ziemlich karge, simple Formensprache“ gepaart mit einem ausgeprägten Farbempfinden. Ebenso entsprachen seine Wandmalerei und Wandzeichnungen den Vorstellungen der Erweiterung der Malerei in den Raum, um die sonst unsichtbare architektonische Umgebung im Zusammenwirken mit dem Kunstwerk sichtbar zu machen.
Entsprechende Vorstellungen hatte auch sein Freund Imi Knoebel entwickelt, der ebenfalls der Minimal-Art-Strömung der Beuyschen Schüler angehörte. Die Reduktion bzw. Konzentration auf Farbe, Form und Material ist eng mit dem Wirken von Imi Knoebel verbunden.
Jedoch nicht nur Joseph Beuys war einer der zentralen Persönlichkeiten in der Düsseldorf Kunstszene. Sigmar Polke, der 1963 zusammen mit Konrad Lueg und Gerhart Richter den „Kapitalistischen Realismus“ und als Kunststil „Leben mit Pop“ prägte, wurde durch seine vielfältigen Umgang mit den unterschiedlichsten künstlerischen Medien bekannt. Unkonventionell, experimentell und provokant ist sein Oeuvre, das auch in den gezeigten Grafiken zum Ausdruck kommt.
Jedoch nicht nur in der zeitgenössischen bildenden Kunst hatte Düsseldorf zu jener Zeit eine führende Rolle in Deutschland. Insbesondere Kraftwerk, Neu etc. waren seit den 1970er Jahren das Zentrum für die elektronische Popmusik. Später etablierte sich mit den Toten Hosen, DAF, Fehlfarben etc. Düsseldorf neben West-Berlin zur Hochburg der Punkmusik und der Neuen Deutschen Welle.
Die Ausstellung wird eröffnet am Donnerstag, den 27.08.2026 um 19 h und ist geöffnet
vom 28.08. – 19.09.2026, Do + Fr 14 – 19 h, Sa 13 -16 h,
in den Räumen der Argentur elsweyer+hoffmann
Bamberger Straße 18, 10779 Berlin (Wilmersdorf)
+49(0)30.2182804 / 0176 67589385 galerie@galerie-p-w-richard.de