Ein musikalisches Wilhelm-Busch-Programm mit Katharina Thalbach, Pierre Besson und Torsten Rasch
Bühne: Momme Röhrbein, Kostüm: Angelika Rieck
Sa., 6. Juni, 15 Uhr, So., 7. Juni, 12 Uhr
Fr., 10. Juli, 19:30 Uhr, So., 12. Juli 15 Uhr
Komödie am Kurfürstendamm im Ernst-Reuter-Saal


„Wie wollte man den deutschen Humor definieren, wenn es Wilhelm Busch nicht gegeben hätte?”, fragte einmal der weltbekannte Illustrator, Schriftsteller und Grafiker Tomi Ungerer.
Für Katharina Thalbach ist Wilhelm Busch der Erfinder des deutschen Comics. In „Sauerkohl und Missetaten“ rezitieren sie und ihr Halbbruder Pierre Besson Texte und Gedichte von Wilhelm Busch. Der Komponist Torsten Rasch hat für das Geschwisterpaar Gedichte des Zeichners, Satirikers und Reimers vertont, die von den beiden interpretiert werden. Auch viele der unvergänglichen Zeichnungen Wilhelm Buschs werden gezeigt.
Katharina Thalbach: „Busch trifft meinen Humor“
Fängt Katharina Thalbach an, von Busch zu schwärmen, hört man geradezu ihr schalkhaftes Lachen. Sie gibt zu: „Er trifft meinen Humor. Meine beiden Mitstreiter und ich finden: Das muss wieder unter die Leute! Wir sind alle drei mit Leib und Seele dabei.“
Thalbach mag Buschs dunkle, makabre Komik, die sie oft an britischen Humor erinnert, und hängt sehr an seinen Figuren Max und Moritz, Witwe Bolte, Lehrer Lämpel, dem kleinen Frosch, dem bösen Raben und Herrn Knopp.
Pierre Besson über Wilhelm Busch-Diavorträge
Als Pierre Besson Kind war, hielt sein Vater, der Regisseur Benno Besson, wunderschöne Diavorträge zu Wilhelm Busch-Geschichten. Er ist sicher: „Das war der intensivste Zugang, den man zu dessen Erzählungen haben konnte, und viel besser als Kino. Es war so, als würde man heute 4D gucken. Außerdem war mein Vater ein
wunderbarer Vorleser und hatte einen tollen Humor. Witzigerweise hat wiederum meine Tochter, als sie anfing Lesen zu lernen, mir Wilhelm Buschs ‚Max und Moritz‘ vorgelesen“, erzählt er.
Er findet sowieso, dass „Max und Moritz“ nicht nur ein Buch für Kinder ist, sondern auch für diejenigen Erwachsenen, die nicht ganz vergessen haben, dass sie mal Kinder waren. „Das ist die Stärke von Wilhelm Busch“, glaubt Besson.
Wilhelm Buschs Sujets
Wilhelm Buschs Helden sind ungezogene Kinder, streitende Paare, versoffene Kleriker, Männer auf Brautschau oder ein Rabe, der eine Spur der Zerstörung verursacht. Busch meint es selten gut mit seinen Figuren: Sie werden mit der Schere erstochen, in die Luft
gesprengt, in Tonnen gestopft, plattgewalzt oder strangulieren sich versehentlich. Der Betrachter der Bilder lacht los und ist gleichzeitig bestürzt über die eigene Schadenfreude.
Die Musik
Der Komponist Torsten Rasch ist bei seiner Arbeit einem Motto Wilhelm Buschs gefolgt: „Musik ist angenehm zu hören, doch ewig braucht sie nicht zu währen.“ Raschs Kompositionen orientieren sich an der Salonmusik, die zu Lebzeiten Wilhelm Buschs gespielt wurde, und sind kurz und melodiös.
Katharina Thalbach über ihre bisherigen Arbeiten mit Torsten Rasch
„2000 stand ich in dem von ihm komponierten ‚Völuspa‘ auf der Bühne, das wir in Zusammenarbeit mit den Dresdner Sinfonikern uraufgeführt haben. 2002 sind der Sänger René Pape und ich in seinem Projekt ‚Mein Herz brennt´ aufgetreten. Er hat dafür Songs von Rammstein neu vertont. Das wurde unter anderem in London mit dem Royal Philharmonic Orchestra aufgeführt. Danach haben wir zusammen ‚Rotter´ gemacht, eine Oper nach einem Stück von Thomas Brasch. Er hat die Oper komponiert, ich habe das Libretto geschrieben und die Uraufführung an der Oper Köln inszeniert. Und jetzt: Wilhelm Busch!“
SAUERKOHL UND MISSETATEN
Sa., 6. Juni, 15 Uhr, So., 7. Juni, 12 Uhr
Fr., 10. Juli, 19:30 Uhr, So., 12. Juli 15 Uhr
Komödie am Kurfürstendamm im Ernst-Reuter-Saal
Eichborndamm 213, 13437 Berlin
Karten: 38 € unter (030) 88 59 11-88 und unter www.komoedie-berlin.de