Es gibt viele Gründe, privates Feuerwerk zu verbieten bzw. better word: zu regulieren: Das Umweltbundesamt spricht von einer zum Jahreswechsel regelmäßig „explodierenden“ Belastung mit gesundheitsschädlichem Feinstaub. Rund 4500 Tonnen Feinstaub werden demnach durch Silvesterböller freigesetzt, dies seien etwa 15 Prozent der jährlich im Straßenverkehr abgegebenen Menge.

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Hinzu kommt die Belästigung der Anwohner und deren Haustiere durch Lärm und Schmutz und auch für Vögel und andere Wildtiere stellt die Böllerei eine traumatische Erfahrung dar. Zudem scheint die Knallerei schlimme Urinstinkte bei maneinem uns zutage zu fördern: In der Silvesternacht wirken einige Menschen besonders leider gewalt- und risikobereit, zielen mit Feuerwerkskörpern auf Gebäude und andere Menschen (vom eigenen Nachbarn bis zu Polizisten) oder nutzen die Böllerei als Mutprobe oder als „Minikrieg“ ihre Aggressionen los zu werden, die häufig im Krankenhaus endet. Rund 8000 Menschen erleiden jährlich Ohr-Verletzungen durch Feuerwerkskörper – hinzu kommen Verbrennungen, Augenverletzungen oder abgesprengte Gliedmaßen.

Trotzdem waren die meisten Feuerwerksverbote in deutschen Städten bisher nicht aus Umweltbedenken, sondern zum Schutz historischer Gebäude entstanden. Das erklärt auch, warum in den meisten Städten nur die Alt- und Innenstädte von den Verboten betroffen sind. Endlich hat die Deutsche Umwelthilfe wegen der Luftbelastung nach eigenen Angaben für 31 deutsche Städte formell Anträge für ein Verbot von privater Silvesterknallerei gestellt, unter anderem für Stuttgart, Frankfurt am Main, Hannover, Köln, Dortmund, Essen und uns Berlin.

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Berliner feiert mancherorts leiser – wir plädieren für Böllerfrei!!

Im Berliner Abgeordnetenhaus hatte sich bereits im September eine Mehrheit für ein erweitertes Böllerverbot ausgesprochen. In zwei Kiezen – am Alexanderplatz und in der Palaststrasse in Schöneberg ist aufgrund vieler Unfälle in den letzten Jahren in dieser „Zone“ das Feuerwerks-Rumballern jetzt verboten. Der Rest der Ber liner*innen hat die Entscheidung selbst in der Hand. Inwiefern Berlin und andere Kommunen in Zukunft von einem möglichen „gesetzlich festgelegten“ Verbot Gebrauch machen werden ist noch nicht abzusehen. In den vergangenen Jahren wurde der Ruf nach einer Einschränkung der Böllerei vielerorts lauter! Also nehmt die gesparte Kohle und esst und trinkt was Leckeres davon oder spendet für sinnvolle Aktionen!

Aktion Brot statt Böller ruft die Hilfsorganisation Brot für die Welt 

Unter dem Motto Brot statt Böller ruft die Hilfsorganisation Brot für die Welt dazu auf, einen Teil der Geldsumme, die ansonsten für Feuerwerkskörper in der Silvesternacht ausgegeben wird, für die Entwicklungshilfe zu spenden. Die Aktion „Brot statt Böller“ wurde bereits Anfang der 1980er Jahre ins Leben gerufen.

Unter diesem Motto sammelte die evangelische Kirchengemeinde in Bargteheide (Schleswig-Holstein) 1981 zum ersten Mal Spenden für „Brot für die Welt“. Das Geld, – und wir sprechen hier von Milliarden – das sprichwörtlich in der Luft verpulvert wird, könne sinnvoller eingesetzt werden, so die Argumentation. Seit 2010 wird der Slogan Brot statt Böller ergänzt durch die Zeile „Teilen macht Freude“. Im Vordergrund der Aktion steht nicht der Verzicht auf das Feuerwerk, sondern die Idee des Teilens aus Anlass der Silvester-Feierlichkeiten. Spezielle Spenden für Schulen oder Gemeinden sind ebenfalls zu avisieren wie traurige Anlässen wie Beerdigungen: Durch Kranzspenden setzt man ein Zeichen gelebter Nächstenliebe.
Einige Impulse: https://www.brot-fuer-die-welt.de/spenden/besondere-anlaesse-aktionen/

In diesem Sinne: Feiert mit Herz! Wir wünschen alles Gute und viiiiieel Glück in 2020 !!

Text: Anke Sademann & Illustration / Fotos Brot für die Welt / Commons.wikimedia.org

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