Loveeco_Fotos Anke Sademann (2)

Fotos: Anke Sademann

Wie der Name schon sagt, liebt man bei LOVECO nachhaltige, ökologisch und fair, ja sogar konsequent vegan produzierte Mode. Textilien sind, neben der Tatsache, dass man sie täglich trägt, auch das mit dem man sich zeigt und identifiziert – ein Statement. Man liebt und lebt diesen Weg mit gutem Style und hohem Qualitätsanspruch. 2014 hat Christina Wille mit diesem Anspruch ihren ersten LOVECO-Laden in Friedrichshain gegründet. Mittlerweile gibt es 3 Läden: einen weiteren in Schöneberg sowie einen veganen Schuhladen in Kreuzberg.

Christina Wille vor dem LOVECO Laden in Schöneberg Foto:Vreni Jaeckle

„Unser Konzept basiert auf den drei Säulen eco, fair, vegan. Unsere Kleidung schützt Umwelt, Mensch und Tier. Diese drei Aspekte sind uns wichtig und gehören nach unserem Verständnis zusammen! Wir vertreiben nur Mode aus Materialien, die langlebig, ökologisch und pflegeleicht sind“, so Christina Wille, die die erste Bestellung bei neuen Labels immer im persönlichen Kontakt und Vor-Ortbesuch vornimmt. Danach steht in ständigem Austausch über Schnitte, Materialien und Produktionsbedingungen. Die Menschen, die hinter einem Label stehen, nebst ihrer Philosophie sind entscheidend. Auch Trends sind wichtig (ein ganzer Ständer mit der aktuellen Farbfamilie der Ocker und Gelb-Töne hängt zurzeit im Laden!). Allerdings setzt man im nachhaltigen Fashion-Segment weniger auf den Saisonwechsel als bei konventioneller Mode. Viele Styles sind zeitlos und über mehrere Saisons tragbar. Innovative und hochwertige Materialien sind entscheidend. So finden sich neben Biobaumwolle und Leinen auch Tencel, Hanf, Eukalyptus- und Buchenholzfasern, Kork, Recyceltes Polyester und EcoVero in den Textilien.
Loveeco_Fotos Anke Sademann (14)

Storemanagerin Annelie Geipel arbeitet bereits viele Jahre im Green Fashion Bereich und ist eigentlich sudierte Agrarexpertin für nachwachsende Rohstoffe

Storemanagerin Annelie Geipel arbeitet bereits viele Jahre im Green Fashion Bereich und ist eigentlich studierte Agrarexpertin für nachwachsende Rohstoffe Fotos: Anke Sademann

Ein neues Label ist z.B. FUNKTION SCHNITT, die Shirts aus SEACELLTM – aus schonend geernteten, nachwachsenden Algen herstellen. Die T-Shirts aus SEACELL werden mit Pima-Baumwolle gemischt, die zu einer der feinsten Baumwollarten der Welt gehört (Produktion in Portugal, Italien und Litauen).

Seacell Funktionsware Foto FUNKTIONS SCHNITT

„Das Besondere ist, dass das Material wertvolle Wirkstoffe wie Mineralien, Spurenelementen, Eisen, Jod, Aminosäuren und Vitamine enthält, die beim Tragen die Haut pflegen“, verrät Annelie Geipel. Die Storemanagerin in der Schöneberger Filiale fasziniert diese innovative Textiltechnologie besonders, da sie vor ihrer fast 10 jährigen Erfahrung im Eco-Fashion-Einzelhandel Agrarwissenschaften mit dem Schwerpunkt nachwachsende Rohstoffe studierte hat.

LANIUS_945x600

Foto: Lanius

An die 70 europäische Labels sind bei LOVECO vertreten. Darunter Labels aus Spanien, Frankreich, Großbritannien, den Niederlanden sowie den skandinavischen Ländern. „Made in Germany“ ist die u.a. die Marke Lanius: das Kölner Pionierlabel (GOTS-zertifiziert) – ein echter Klassiker – bringt bereits seit 1999 ökologische Rohstoffe mit fairen Arbeitsbedingungen und femininen Schnitten zusammen. Die Designs sind leichtfallende Stoffe und bequeme Einzelstücke, die die Weiblichkeit mit einem Hauch von Eleganz betonen.

Loveeco_Fotos Anke Sademann (24)

Sonnenbrillen aus Acetat von Gobi Foto: Sademann

Jeans zählen durch die aufwendigen Waschungen des Denim-Stoffs zu den größten Umweltsünden. Die seit Jahren etablierten Jeanslabels wie Kuyichi, Nudie Jeans, Mud Jeans schaffen durch ihre umweltfreundlichen und sozial hergestellten Procedere den Ausgleich. Auch getragene Jeans kommen in einen Wiederverwertungskreislauf und werden teilweise recycelt. ARMEDANGELS ist eines der in Deutschland am bekanntesten Labels für faire und nachhaltige Jeans-Mode. Das Label setzt zunehmend auf alternative ökologische Fasern wie Tencel und Modal. Eine umweltfreundliche Produktion spielt bei allen Labels eine wichtige Rolle sowie auch die gerechten und sicheren Arbeitsbedingungen aller für die Marken arbeitenden Menschen. Die Produktionen außerhalb der europäischen Länder unterstützen die Menschen durch soziale Förderprojekte vor Ort wie z.B. das Vorgehen gegen Zwangsprostitution in Indien.
Loveeco_Fotos Anke Sademann (18)Loveeco_Fotos Anke Sademann (19)

Auch der Accessoires-Bereich ist bei LOVECO gut bestückt: Inspiriert von der indonesischen Kultur und Lebensweise fertigt Santi Santi Schmuck aus recyceltem Messing und Lavastein und arbeitet mit einem kleinen, familiengeführten Betrieb auf Bali – 100% handmade. Das niederländische Label Gobi Amsterdam stellt stylische Sonnenbrillen aus nachhaltigem und biologisch abbaubarem Acetat her, das aus der Zellulose von Baumwolle gewonnen wird. Der Gründer Koen besucht selbst regelmäßig die Manufaktur in China und stellt eine faire Produktion sicher.
Das Kölner Label pinqponq produziert rückenfreundliche Rucksäcke, die zu 100% komplett aus recycelten PET-Flaschen in Vietnam produziert werden.

pinqponq_945x600

pinqponq

LOVECO-faire-Mode-Eco-Fashion-Flatlay-1-16

Flatlay

Seit 2017 findet sich im Schuhladen in Kreuzberg alternatives Schuhwerk aus Stoff Canvas oder recyceltem PET von Marken wie Ethletics, NAE und Melawear. Einer der Pioniere (seit 2004) ist das französische Schuhlabel Veja, das wie alle Hersteller auf der Suche nach innovativen Methoden in der Produktion und den Materialien ist und neben Biobaumwolle auch recycelte Plastikflaschen, Jute und den wilden Kautschuk Brasiliens nutzt. In den letzten Jahren haben die Franzosen mit unzähligen Designern schöne Kollektionen entworfen und gleichzeitig die Bauern im brasilianischen Amazonas-Gebiet untersützt. LOVECO verkauft wegen des Tierhaltungsaspekts allerdings nur Modelle, die ohne Leder verarbeitet werden. Wisse: Klassisch produziertes Leder wird gegerbt, um haltbar gemacht zu werden. Für den Gerbungsprozess wird Chrom eingesetzt, das in den richtigen Mengen nicht automatisch gefährlich ist. Allerdings kann während des Prozesses gefährliches ChromVI entstehen, das die Haut der ArbeiterInnen verätzt und Gewässer verunreinigt. Innovative Leder-Alternativen sind Ananasfasern, Myzel (Pilz) oder gegorener Kombucha Tee. Die passenden Socken findet man aus Baumwolle oder Bambus von SOLO oder VNS ORGANIC SOCKS.
Auch Naturkosmetik, Naturseifen oder Duft-Kerzen mit dem Duft der Elemente Fire oder Earth findet sich in den Regalen der Shops und nicht zu vergessen die Waschmittelexpertise. Hier empfehlen die Eco-Lovers die hauseigenen Produkte von Lanius.

Loveeco_Fotos Anke Sademann (15)Loveeco_Fotos Anke Sademann (25)
Fotos: Sademann
Wer selbst die Konzepte der Labels erforschen möchte, findet einen Teil des Spektrums von Business, Casual oder Sport/ Outdoor auf der Website: https://loveco-shop.de/labels/

Ein Online Shop  und ein Blog / Magazin begleiten das Konzept, für alle diejenigen, die sich in die Tiefe der Thematik begeben wollen. Das engagierte Team rund um Christina Wille gibt dort Einblicke in die Arbeit und hinter die Kulissen von LOVECO, spricht mit spannenden Menschen aus der Fair Fashion Welt. Alle Interessierten erfahren im Knowledge-Bereich mehr über den faszinierenden Bereich der neuer Materialien.

Loveeco_Fotos Anke Sademann (21)Loveeco_Fotos Anke Sademann (23)
Von Shirts, Tops, Kleidern, Röcken, Hosen, Blusen, Strickjacken, Jacken, Mänteln, Underware, Mützen, Stirnbänder, Schals, Tüchern, Schmuck, Taschen, Rucksäcken, Sonnenbrillen, Gürteln oder Sneaker, Sandalen, elegante Schuhe, Espadrilles, Stiefenl bis zu Stiefeletten: Frauen aber auch (etwas schmaler in der Auswahl) Männer werden bei LOVECO fündig!

Loveeco_Fotos Anke Sademann (5)

Männer werden auch fündig bei LOVECO oder warten fair und geduldig auf ihre Damen  🙂 Foto: Anke Sademann

Die ECO-Siegel:  GOTS, Fair Trade und Fair Wear Foundation u.a.

Nichts wandert in die Tonne:
Am Ende einer Saison wie aktuell bis Mitte September (50% Reduzierung) werden Waren wie üblich reduziert angeboten. Wenn nach einem Sale immer noch etwas übrig ist, gibt es entweder einen Super SALE oder die Restbestände werden der Bahnhofsmission gespendet.

Die Shops – die Adressen:

Friedrichshain: Sonntagstrasse 29

Loveco-Store-Friedrichshain-Fotocredit_Katharina_Kern1

Loveco Store Friedrichshain Foto: Katharina Kern

Schöneberg: Eisenacher Str 36/37 (Abholservice ist hier verortet)

Loveco-Store-Schoeneberg_Fotocredit-Fidelis-Fuchs-1

Loveco Store Schoeneberg Foto: Fidelis Fuchs

Vegane Schuhe und Accessoires :
Kreuzberg:
Manteuffelstrasse 77

Loveco-Vegan-Shoes_Laden_Kreuzberg_2_Fotocredit-Vreni-Jaeckle_web

Loveco Vegan Shoes in Kreuzberg Foto:Vreni Jaeckle

Öffnungszeiten aller Läden:
Schöneberg / Friedrichshain: Mo-Fr 12-20  und Sa 11-19
Kreuzberg: Mo-Sa 11-18

Alle Informationen: https://loveco-shop.de/

Text: Anke Sademann
Fotos: LOVECO, Anke Sademann und diverse Labels

Christina Wille_Vrenie Jaeckle

Christina Wille Foto Vrenie Jaeckle

BERLIN FACE Christina Wille Kurzportrait:
Bereits während ihres Studiums hat Christina Wille angefangen mit ihrer Naturverbundenheit das Thema Mode neu zu denken. An der Universität Oldenburg absolvierte sie den Bachelor im Studien-gang “Materielle Kultur: Textil” mit einem Schwerpunkt auf nachhaltige Textilproduktion. Neben gestalterischen Aspekten fokussiert sich die Lehre vor allem auf einen kulturwissenschaftlichen Umgang mit dem Thema Mode sowie auf ökologische und soziale Anbaumethoden von Textilfasern. So entwickelte Christina Wille schnell den Wunsch, zu einem bewussteren und nachhaltigerem Mode-konsum anzuregen und organisierte noch in Oldenburg erste Kleidertauschmärkte unter dem Motto “Reingetauscht”. Nach einem Praktikum bei der Detox Kampagne der NGO Greenpeace und ersten Jobs im Modevertrieb in Hamburg zog Christina Wille nach Berlin. Als Store Managerin bei Deargoods entwickelte sie ein Gefühl für den Verkauf von nachhaltigen und veganen Produkten und zugleich die Idee, über ein eigenes Unternehmen den Weg hin zu einer nachhaltigeren Modebranche mitzugestalten. 2014 eröffnete sie schließlich den ersten Loveco Shop in Friedrichshain. 2016 folgte der Onlineshop und 2017 ein Geschäft für vegane Schuhmode in Berlin-Kreuzberg. Der dritte Loveco Shop öffnete im September 2018 als weiterer Concept Store für vegane Mode in Berlin Schöneberg seine Türen (s.o.).

Headerfoto: Christina Wille Foto: Nora Dal Cero

Antworten