Ein Jahr lang wurde von ein paar Dutzend Ehrenamtlichen mit Unterstützung des Jugendamtes Tempelhof-Schöneberg die neueste Ausgabe des Rocktreffs vorbereitet. Was in endlosen Plänen und Tabellen aufgeführt ist, muss nun „nur“ noch umgesetzt werden. Aus der Theorie wird am 4. Juli Praxis, wenn die Rock-Ini-Crew ins Fußballstadion des Volksparks Mariendorf Einzug hält, um das ehrwürdige Spielfeld, auf dem immerhin schon mal Hertha dem Ball hinterher gelaufen ist, in ein Festivalgelände zu verwandeln.

Nach und nach wird die Bühne in den Himmel wachsen und werden Stromkabel und Wasserleitungen verlegt. Zum Bühnenbereich gesellen sich im Laufe der Woche noch zahlreiche Stände, an denen es Speisen und Getränke gibt. Und natürlich hoffen alle wieder auf schönes warmes Wetter. Der Umsatz an den Getränkeständen kommt natürlich der Veranstaltung zugute. Seit vielen Jahren unterstützt die Catering Company den Rocktreff, auch unter dem Motto: Geht es dem Caterer gut, geht es dem Rocktreff gut. Geschäftsführer Henry Arzig, der früher auch den Kulturlustgarten im Volkspark veranstaltete, ist der Rocktreff ans Herz gewachsen. Reich werden kann er mit dieser Veranstaltung nicht, aber es macht Spaß.

Und wenn dann alles am 7. Juli aufgebaut ist und die Besucher ins Stadion strömen, können sich die vielen Helferinnen und Helfer der Rock-Ini auch ein wenig zurücklehnen und die Früchte ihrer Arbeit genießen. Am ersten Festivaltag wird der neue Schirmherr des Rocktreffs, BVV-Vorsteher Stefan Böltes, um 18 Uhr die Gäste begrüßen. Am Samstag, dem 8. Juli 2017, steht der Veranstalter, Jugendstadtrat Oliver Schworck, um 16 Uhr zur Begrüßung auf der Bühne, und am Sonntag, dem 9. Juli 2017, zur selben Zeit, Bezirksbürgermeisterin Angelika Schöttler.

Natürlich halten die Rocktreff-Macher ihre Veranstaltung für das größte Festival überhaupt. Zumindest in Berlin dürfte es das bedeutendste Amateur-Rock-Band-Festival sein. Dennoch reicht man natürlich an kommerzielle Festivals wie „Rock am Ring“ oder „Wacken“ nicht ran. Beim Rocktreff fehlen logischer Weise die großen Namen. Dafür sind die Amateurbands mindestens genauso engagiert und teilweise auch so gut, wie die großen Vorbilder. Beim Rocktreff treten die Bands ohne Gage auf und natürlich ist der Eintritt frei. Die Rocktreff-Bühne ist schon beeindruckend, auf ihr gestanden und gespielt zu haben, schmückt jeder Vita einer Band.

Auch wenn die Bands keine Gage verlangen und alle Helferinnen und Helfer ehrenamtlich tätig sind, so fallen doch Kosten für die Bühne, Infrastruktur, Zäune, Sicherheit und vieles mehr an. Am meisten schmerzen die GEMA-Gebühren, die mit rund 2.500 Euro ein großes Loch in die Kasse reißen. Dieser staatlich sanktionierten Pflichtgebührenstelle, nur noch vergleichbar mit dem, was mal GEZ hieß, ist es völlig egal, ob der Eintritt frei ist oder die Bands ohne Vergütung auftreten. Auch viele andere Positionen in der Kalkulation erhöhen sich von Jahr zu Jahr. Es gibt nur eine Konstante, ohne diese kleinreden zu wollen, und das ist die Zuwendung des Jugendamtes, dem Veranstalter des Rocktreffs. Vor der Einführung des EURO betrug die Zuwendung 18.000 DM, wurde 2002 exakt in 9.200 Euro umgerechnet, und blieb seitdem stabil auf dem Niveau hängen. Ohne die vielen Sponsoren, die rund Dreiviertel der Gesamtkosten stemmen, wäre der Rocktreff überhaupt nicht mehr möglich. Aber auch das Sponsoring ist kein Selbstläufer. Immer wieder müssen große Anstrengungen unternommen werden, um das Geld zusammenzubekommen. Zu Recht nehmen die Sponsoren einen großen Platz auf den Plakaten des Rocktreffs ein. Es ist schließlich auch ihre Veranstaltung.

Ob Wacken oder Mariendorf, jeder Veranstalter muss viel Zeit aufwenden, um alle Anträge für die Durchführung seines Festivals zu Papier zu bringen. Und wer glaubt, dass man von Jahr zu Jahr einfach nur die Anträge kopieren und mit dem neuen Datum versehen absenden kann, der irrt. In vielen Fällen ändert sich immer wieder etwas. Neue Formulare, neue Fragen. Es reicht schon aus, wenn es in einer Dienststelle einen Sachbearbeiterwechsel gibt. Der neue wirft seinen Blick auf den Vorgang und hätte gerne dies und das anders. Der ehrenamtliche Technische Leiter des Rocktreffs, Sven Perschmann, kann ein Lied davon singen. Er erarbeitet jedes Jahr das Sicherheitskonzept, die Brandschutzordnung und den Evakuierungsplan. Alles wichtige Unterlagen, deren Inhalte im Ernstfall umgesetzt werden müssen. Der Rocktreff kann froh sein, über einen entsprechend ausgebildeten Helfer für diese Aufgabe zu verfügen. Müssten diese Pläne in Auftrag gegeben werden, würde der Finanzplan gänzlich zusammenbrechen.
Die Bands des 34sten Rocktreffs:

250 Bands aus Berlin und Umgebung haben sich für den Rocktreff 2017 beworben. 16 wurden von den Mitgliedern der Rock-Ini ausgewählt. Die Rock-Ini-Leute Dominik Ziebarth, Andie Kraft und Christian Körper werden an den drei Tagen durch das Programm führen.

Freitag, 7. Juli 2017

18.00 Uhr Anne Ecke
19.00 Uhr Echolite
20.00 Uhr Ryv Law
21.00 Uhr Suffer
22.00 Uhr Sub Dub Micromachine

Samstag, 8. Juli 2017

16.00 Uhr No Reception
17.00 Uhr Kann Karate
18.00 Uhr Final Stair
19.00 Uhr Dawedda
20.00 Uhr Broken Skull
21.00 Uhr MoDo
22.00 Uhr Silence Is Betrayal

Sonntag, 9. Juli 2017

16.00 Uhr Light Kultur
17.00 Uhr Weltraum Power
18.00 Uhr Mädchenname Mademann
19.00 Uhr Redscale

Alle weiteren Informationen über die Bands und den Rocktreff
unter www.rocktreff.de

Der Rocktreff ist eine Veranstaltung des Jugendamtes Tempelhof-Schöneberg. Träger: CPYE e.V. Kooperationspartner: Rock-Ini Tempelhof, Catering Company, Sportamt Tempelhof-Schöneberg

Anfahrt

Der Volkspark befindet sich direkt am Mariendorfer Damm zwischen den U-Bahnhöfen Alt-Mariendorf und Westphalweg. Wir empfehlen in jedem Fall die Anfahrt mit der BVG, da nur sehr begrenzt Parkplätze vorhanden sind.

Adresse

Prühßstraße 90, 12109 Berlin-Tempelhof

BVG-Anbindung

U6 Westphalweg

U6 Alt-Mariendorf

Bus 181 M76 179 277 X76 M77

Eintritt ist frei

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