Die Ausstellung  “Tracks in a Box” eröffnet der Öffentlichkeit noch bis Ende September die Türen zu einem imaginäres Zentrum für künstlerisch geführte Touren. Neben einer Pop-Up Galerie, einem Diskursraum sowie einem „lebendigem Archiv“ besteht ein Teil der Ausstellungsprogramms aus Audio-Walks, Erkundungstouren in Eigenregie sowie performative Touren von in Berlin ansässigen KünstlerInnen, für die wir 3×2 Karten verlosen.

Tracks in a box neu

Gewinne 3×2 Karten und schreibe uns bis zum 17.9.2019 eine PM oder mail an info@berlnfaces.de mit dem Stichwort „B_Tour Künstlerinnen“  für die Touren (gebe uns Deine Wunschtermine durch_wir prüfen die Verfügbarkeit für Deinen Wunschtermin). Wir melden uns direkt bei den Gewinnerinnen oder buche zeitnah:
https://www.b-tour.org/index.html
Einige Touren sind kostenfrei. Eine Voranmeldung wird auf jeden Fall empfohlen.

Über das Projekt
B-Tour – KünstlerInnen zeigen Dir Ihren Blick auf Berlin:

Der zündende Funke des Projekts stammt aus dem Wunsch, sich mit den künstlerisch geführten Touren auseinander zu setzen, die seit 2013 im Zusammenhang mit B_Tour entstanden – einer wandernden Kulturplattform, die für das Ansehen geführter Touren als künstlerische Praxis einstehen. Das stellt die Ausstellung „Tracks in a Box“  vor die paradoxe Herausforderung, öffentliche, transitorische und partizipative Kunstwerke gleichzeitig auszustellen, zu sammeln, zu vermitteln und womöglich sogar zu verkaufen.

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Engelbecken Topsonie Georg Klein

Touren Wer lebt auf der Verkehrsinsel am Moritzplatz? Was wäre, wenn ein ehemals besetztes Kreuzberger Gebäude sprechen könnte? Wie sieht der Alltag der BewohnerInnen Utopias aus? Wohin reisen Pfützen? Ist Berlin das Paradies? Die teilnehmenden KünstlerInnen zerlegen den Alltag und das Mondäne für einen Moment in seine Einzelteile und begleiten das Publikum auf eine Reise „zwischen dem Infra-Ordinären und dem großen Spektakel“.

Camila Rhodi _

Camila Rhodi

Da ist zum Beispiel die Tour der Performance- und Videokünstlerin Camila Rhodi, die den Spaziergang beginnt im Wohnzimmer der Künstlerin beginnen lässt. Hier kreiert sie einen intimen Raum der Erinnerungen, Empfindungen und Gefühle an die Stadt Berlin. Die Künstlerin beschreibt den Körper als ein Archiv an Emotionen und Erinnerungen, der sich über den Raum und den Ort, den wir besetzen erstreckt. Eine Ode für Berlin vermischt sich mit der Frustration einer langlebigen Liebesgeschichte zu der Stadt, in denen die Fantasie auseinanderbricht und die Frage: Kann man in Berlin noch das Paradies finden?

Macht Zart b Reiche Nachbarschaft Gianni Maccaroni

Macht Zart Reiche Nachbarschaft von Gianni Maccaroni

Gianni Maccaroni ist ein Berliner Kollektiv, bestehend aus der deutsch-rumänischen Regisseurin France-Elena Damian, dem Architekten und Künstler Carsten Schade und der Bühnenbildnerin Maike Häber. Seit 2016 arbeiten sie zusammen mit Schauspielern, Tänzern, Performern, Dramaturgen und Alltagsexperten. Das Kollektiv wurde 2017 mit ihrem Projekt „Casino“ im Rahmenprogramm der documenta 14 in Kassel eingeladen. Diese Gruppe möchte Euch einladen, die eigene Perspektive „als  Kernbestandteil des sozialen Diskurs“ zu hinterfragen. Unter dem Arbeitstitel „MACHT ZART“ wird eine partizipative Plattform kreiert, „auf der die TeilnehmerInnen mit den eigenen inneren Bildern konfrontiert werden um den Austausch zu fördern und neue Perspektiven auf den Kiez zu öffnen. Besonders in einem Kiez, in dem die Gänze des politischen Spektrums vertreten ist, kann das Hinterfragen der eigenen Perspektive aufzeigen, wo Widerstand und Liebe sich überschneiden könnten“.

Für Wanda Dubrau – eine Performerin und Theatermacherin sind Häuser „die Zellen einer Stadt“. In ihnen schreibt sich Geschichte ein. Sie sind der Ort, wo soziale Beziehungen, Lebensformen und Zugehörigkeiten entstehen. Sie sind mehr als nur Objekte. Hauptakteure dieser Tour sind 5 Häuser in Kreuzberg. Diese 5 Häuser erzählen. Das Publikum hat die Möglichkeit sie näher kennenzulernen und hinter ihre Fassade zu blicken. Die Häuser teilen ihre Geschichten, Ängste und Errungenschaften. Sie berichten von BewohnerInnen, BesitzerInnen und BesetzerInnen. Das Publikum begibt sich auf eine Reise durch ein Kreuzberg von damals, jetzt und morgen mit einem Soundtrack ihrer Wahl. In einer Zeit der Politik der Häuser, werden diese nach ihrer Sicht auf die Dinge gefragt.

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Haus of Walking Wanda Dubrau

Der Sound- und Medienkünstler Georg Klein arbeitet hauptsächlich im öffentlichen Raum mit Installationen und Interventionen, oft mit politischem Hintergrund. Seine Führung geht durchs  Engelbecken und den Luisenstädtische Kanal zwischen Kreuzberg und Mitte mit ihrer extrem wechselvolle Geschichte. In der Kaiserzeit aufgebrochen, in der Weimarer Zeit zugeschüttet, in einen Garten verwandelt, als Mauerstreifen wieder zubetoniert und nun ein Freizeitraum für urbane Flaneure. Hier lässt er Stimmen aus unterschiedlichen Zeiten auftauchen und verflechtet sie mit seinen eigenen Erinnerungen, die über eine spezielle Aufnahmetechnik in den Raum, den Ort, zurückprojiziert werden und ein irritierend, zeiträumliches Spiel erzeugen.

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Ilona Marti ist eine in Berlin lebende schweizer Audioküstlerin, Sound- und Grafikdesignerin: „Beyond Vision“ ist eine binaurale Audioperformance, bei der die Teilnehmer*innen mit Kopfhörern und verbundenen Augen einzeln über das Tempelhofer Feldes geführt werden. ja an die Hand genommen werden. Zusammen mit dieser unsichtbaren Begleitung begeben sich die Teilnehmer*innen auf eine Reise ins Unbekannte, auf der sie in unterschiedliche traumartige Szenerien eintauchen. Das flüchtige Erlebnis erforscht das Unsichtbare und das Unfassbare. Es ist eine Einladung sich in der Ungewissheit fallen zu lassen, sich führen und berühren zu lassen, zu vertrauen und ganz bei sich zu sein.

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Ilona Marti Beyondvision

Gabi Schaffner ist interdisziplinäre Künstlerin und Kuratorin und im Bereich Radiokunst und visionäre Dokumentation (u.a. Deutschlandfunk Kultur) tätig. Mit dem Blick auf Autos und Ausflugsdampfer, Teerwege und Trams, Sand und Saaten kann man sie auf eine nächtliche Reise (NachtSchattenGang) auf eine nahe gelegene Insel begleiten, die normalerweise unbemerkt bleibt. Für die Künstlerin sind Inseln ein Ort der Isolation; Menschen finden auf ihnen Zuflucht vor der Gesellschaft oder verlieren dort unfreiwillig jeden Kontakt zu ihr. Die NachtSchattenInsel liegt auf 52°30’12.8″Nord und 13°24’37.9″Ost. Vor allem nachts ist sie ein ausgeprägtes Biotop. Die Nacht, die Insel und ihre Vegetation dienen als Ausgangspunkt für einen schattigen Spaziergang nach Sonnenuntergang. Dem Rauschen der Ozeane lauschend und bei urbanem Sirenengesang erfährst Du Erstaunliches über die eigentlichen Inselbewohner.
Nachtschatten_Gabi Schaffner

Diese und viele andere höchst spannende Touren mit allen Zeiten und Terminen sind unter folgendem Link buchen. Oder schreibt uns bis zum 17.9.2019  eine PM oder mail an info@berlnfaces.de mit dem Stichwort „B_Tour Künstlerinnen“  für die Touren (gebe uns Deine Wunschtermine durch_wir prüfen die Verfügbarkeit). Wir melden uns direkt bei den Gewinnerinnen  oder buche zeitnah:

Poster - U-Bahn

“Tracks in a Box”
Die begleitende Ausstellung “Tracks in a Box” dauert noch bis zum 27.September. Sie prüft wie das Archiv und die Bibliothek vergänglicher, partizipativer und performativer Kunstwerke aussehen könnte. Als Raum für kollektive Forschung eröffnet “Tracks in a Box” den Dialog zwischen KünstlerInnen und DenkerInnen, die den Schnittpunkt zwischen vergänglich und materiell reflektierend behandeln. “Tracks in a Box” betrachtet die menschliche Vorstellungskraft nicht als individuell stattfindende Aktivität sondern als einen kollektiven, der Öffentlichkeit angehörigen Spielplatz. Anstatt eine von aller geteilten, idealistischen Vision zu ergründen, führt diese Ausstellung mehrere sich überlappende, widersprüchliche, imaginäre Gefilde zusammen, um die Koexistenz wilder Fantasien neben Alb- und Tagträumen zu zelebrieren.

Tracks in a box versteht sich als: „Partizipative Plattform, auf der die TeilnehmerInnen mit den eigenen inneren Bildern konfrontiert werden um den Austausch zu fördern und neue Perspektiven auf den Kiez zu öffnen. Besonders in einem Kiez, in dem die Gänze des politischen Spektrums vertreten ist, kann das Hinterfragen der eigenen Perspektive aufzeigen, wo Widerstand und Liebe sich überschneiden könnten“.

Für einen Zeitraum von drei Wochen bis zum 27.9.2019 wird “Tracks in a Box” im Aufbau Haus am Moritzplatz zu sehen sein. CLB Pop-Up on the Stadtterrasse : Prinzenstr. 85C 10969 Berlin

Teilnehmende Künstler:

Mirja Busch, Wanda Dubrau, Birte Endrejat, Georg Klein, Pia Lanzinger, Gianni Maccaroni, Ilona Marti, Camila Rhodi, Christoph Rothmeier, Gabi Schaffner, Marie-Anne Lerjen, Helwes & van Goudoever, Rimini Protokoll, Belle Santos, Melissa Deerson, Anna Romanenko, Gabriel Hensche, Adrianna Liedtke & Henrik Hillenbrand, Alkistis Thomidou, Fotini Lazaridou-Hatzigoga, Martin Michette & Tinatin Gurgenidz, & Lisa Albrecht

Die Ausstellung wird von Yael Sherill ko-kuratiert
Ausstellungsdesign von  Lianne Mol und José Délano
Die Ausstellung wird ermöglicht durch die freundliche Unterstützung der Berliner Senatsverwaltung für Kultur und Europa.

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