Da schlendert man ganz unbedarft durch die Kopenhagener Strasse im Prenzlauer Berg und steht vor einem Ziehharmonika-Container, aus dem warm das Licht auf die Strasse scheint. Im lnneren ganz mit Holz ausgekleidet, erinnert er fast an eine nordische Skihütte mitten in der Stadt. Der ehemalige Vintage-Intershop ist der Showroom für die GEYERSBACH-Möbel – kurz auch REH (RaumErweiterungsHalle) genannt. Er könnte auch Dielenwiederbelebungshalle heissen, denn hier schenkt Ulf GEYERSBACH  ausgedienten Hölzern ein zweites Leben und recycled sie zu Möbelunikaten.

So wird eine Kammertür zur Sitzbank, eine Fußleiste zum Regalboard und aus Jahrhunderte alten Berliner Dielen, über die mehrere Generationen Hausbewohner mit ihren Pantoffeln schlurften oder ihre Feierabendbier verschütteten, werden Hocker mit Geschichte gefertigt. Das Dielenholz stammt aus den Wäldern um Königsberg (Ostpreußen) und wurde per Floß durch die Ostsee und dann auf dem Wasserweg bis Berlin befördert bis sie verarbeitet wurden. Durch die Einwirkung des salzigen Meerwassers bekam das Kiefernholz seine rötliche Färbung. Alle Möbel sind mit seidenmattem Hartwachsöl lasiert, dessen leichter Glanz Gebrauchspuren und Farbreste besser zur Geltung bringen.

 IMG_7937

So wie auch der Intershop vom Ostbahnhof, der noch bis 1990 als Ladenfläche diente, statt in der Müllpresse 2010 im P-Berg landete, rettet Ulf Geyersbach alles, was ihm als Holz mit Geschichte unter die Finger kommt. Aber der Mann – ehemaliger Autor und Lektor – versteht sich in Symbiosen und verwandelt die Halle des REH nachts in eine Bühne für Musik (Song & Soup am 15.11.) Lesung und Kunst. Oder man belege einen Kurs für die eigene Hockerherstellung aus Türen oder Dielen (17.11.)?und erfährt nebenbei noch so einiges über Holzverarbeitung, von der Materialauswahl bis hin zur praktischen Anwendung wie Schleifen, Leimen und Ölen. Das REH ist auch mietbar!

 IMG_7936

Der Cute Cube ist stapelbar. Mider Hocker Griebenow #31, farblich vorbildlich verwandlungsfähig, zudem leicht und irgendwie liebenswert. Cute eben.

IMG_7943        IMG_7942

REH RaumErweiterungsHalle //

IMG_7934

IMG_7941

IMG_7940

Der „Koppe #12“ ist -erweiterbar und flexibel-gefertigt aus Zimmertüren eines Eigentumswohnungsaltbaus in der Kopenhagener Straße 12. Der quadratische Ausziehtisch mit Ansteckplatte wurde eine alte Bestandsschublade mit Nußbaumfurnier untergesetzt, die den Tisch um gute 30 cm verlängert.

Kopenhagener Straße 17 //

10437 Berlin

Alle Infos zu den Möbeln und Abendveranstaltungen: www.geyersbach.de

Alle Fotos: ©  Geyersbach 

Text: Anke Sademann

Antworten