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Die Tage sind schon längst wieder kürzer. Der Modus steht auf Rückzug ins kuschelige Zuhause. Aber auch die Vorfreude auf die Feiertage macht sich breit und erste Geschenkideen für die Lieben werden angedacht. Wir haben einen wunderbaren Ort für Dich entdeckt, wo Du kleine und große Schätze aus „Weißem Gold“ findest. Die fragilen Artefakte, die es in Katy Jung´s Porzellanmanufaktur feinesweißes im Prenzlauer Berg zu entdecken gibt, sind nicht als zerbrechliche Zierde gedacht. Sie wollen tauglich den Alltag formen, das morgendliche Heißgetränk umschließen, einem Praliné Halt geben oder einfach nur die Tafel schmücken. In der Produktpalette, die die Porzellan-Designerin in Kleinserien und Unikaten in ihrem Werkstatt-Geschäft herstellt, steckt 100 % Handarbeit: vom Anrühren der Masse über Guss und Formbau bis zum liebevollen Verpacken in selbst kreierter Kartonage.

Katy Jung in ihrer feinesweißes Porzellanmanufaktur Foto: Anke Sademann

Katy Jung in ihrer feinesweißes Porzellanmanufaktur Fotos: Anke Sademann

Katy Jung in ihrer feinesweisses Porzellanmanufaktur Foto: Anker Sademann

Mit offensichtlicher Liebe zu ihrer Berufung geht Katy Jung schon viele Jahre zielgerichtet und mit sehr hohem Anspruch an Qualität und Ästhetik ihrer Produkte den Weg des weißen Traditionshandwerks. Die studierte Porzellan-Designerin gehört zu den seltenen Blumen ihrer Zunft, die sie in all ihrer Komplexität erlernt hat. Nach einer Ausbildung zur Holzbildhauerin studierte die Thüringerin an der Kunsthochschule Burg Giebichenstein in Halle/Saale und arbeitete in angesehenen Porzellanmanufakturen. Wahl-Berlinerin ist sie bereits seit dem Millennium. Heute schätzt sie den Synergieeffekt dieses zweigeteilten Mikrokosmos – Laden und Manufaktur – sowie den direkten Kontakt zu den begeisterten Kunden: „Vielen Menschen fällt der Geruch nach feuchter Erde auf. Aber heller, eher wie vaporisierter Erdstaub. Immer ein bisschen unterschiedlich, je nach Wetterlage. Die Kunden sind an traditionellem Handwerk interessiert, sind aber erstaunt, dass wir hier alles selbst herstellen. Und jedes Stück in einzelnen Arbeitsschritten entstanden ist.“ Katy Jung wird von einem kleinen Team unterstützt – zumeist jungen Produktdesignern, die das schwierige Material Porzellan besser begreifen möchten. In ihrer Produktpalette, die in Kleinserien und Unikaten hergestellt wird, steckt vom Anrühren der Masse über den Formbau, das zarte Dekor bis zum liebevollen Verpacken in selbst kreierte Geschenkkartons 100 % Handarbeit.

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Die wechselnden Dekore – wie haarfeine Linien und Punkte, kurzatmige Worte, Zart-Florales oder Fluginsekten aus Farbe oder Gold – werden per Siebdruck oder gekonntem Pinselschwung aufgebracht.

Obwohl am Ende ein sinnlich-emotionales Endprodukt mit einer samtig-weichen Haptik herauskommt ist Porzellan eine Wissenschaft für sich, die auf Eckdaten, der richtigen Zusammensetzung, Zeitperfektion, hohem Fachwissen, Erfahrungswerten, einer sicheren Hand, aber auch einem Gespür und der Liebe zum Material basiert. Mit jedem Stück bin ich nah dran am Material. Ich kann nach einer Idee sofort etwas umsetzen und in jedem Schritt ausprobieren. Entwicklungen vorantreiben und mit den Kontrasten zwischen strengen und fließenden, zurückgenommen und doch verspielten, glatten und rauen Formen jonglieren.

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Eine wunderbare Gratwanderung. Das Material wird lebendig. Ich spiele damit. Aber es leistet auch Widerstand.“ Und dann fügt sie noch an: „Man muss auch mal Unglück zulassen. Design entsteht im Prozess. So passiert auch aus einem Zufallsmoment oder Schaden eine Idee“. Die nimmt die Designerin auf und entwickelt daraus ein Formkonzept, wie beispielsweise die amorphe Schale, in der in Gold das Wort Glück prangt. Steht der Entwurf erst, wird er präzise skizziert, in Gips modelliert und abgeformt. Die Masse aus Kaolin (ein weißer Ton, der die Porzellanfarbe erklärt), Feldspat und Quarz wird nach genauester Messung mit Wasser angesetzt.

Katy Jung in ihrer feinesweißes Porzellanmanufaktur Foto: Anke Sademann

Katy Jung in ihrer feinesweißes Porzellanmanufaktur Foto: Anke Sademann

Jedes einzelne Stück, glatt oder auch manuell perforiert, wird in die gefertigten Gipsformen gegossen, retouchiert, bei 900° vorgebrannt und nach dem Glasieren bei 1.280° ein zweites Mal gebrannt. Die wechselnden Dekore – bestehend aus zarten Linien oder zentrierten Punkten, kleinen Botschaften, zarten Blüten oder Libellen aus Farbe oder edlem Gold – werden per Siebdruck oder Hand aufgebracht und ein drittes Mal im Ofen bei 800° eingebrannt. Gestempelte und geprägte Personalisierungen sind möglich und benötigen 2 bis 4 Wochen Vorlaufzeit. Unglasiert belassene matte Oberflächen werden im Anschluss feingeschliffen und poliert, um das Porzellan weich und handschmeichelnd zu machen. Leichte Unregelmäßigkeiten der Gefäße in Form und Dekor zeigen die Lebendigkeit des Materials und die Herstellung per Hand – das Unikat.
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„Die Masse verzeiht nichts. Da das Material beim ersten Brand noch einmal ganz weich wird und sich ausdehnt, um erneut zu erhärten und sich wieder zusammenzuziehen, entsteht eine Schwindung von 20 %. Nur wenn man die richtig kalkuliert, passt am Ende Kante auf Kante und Deckel auf Form“, so Katy Jung, deren Faszination für das Material und dessen Lehre der Körperspannung nicht versiegen will. Beim Brand wird das Porzellan dicht und stabil und erhält seine typisch weiße Farbe und Transluzenz. Alle Gefäße können ohne Bedenken in der Spülmaschine gereinigt werden. Die Dekore sind dicht mit der Glasur verschmolzen und lebensmittelecht. Jedes Unikat bedarf des Wissens um diese Schritte, aber auch das sehr genaue Hinsehen, in die Hand nehmen und das unperfekte im Perfekten zu erfühlen.

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Daraus entsteht ein auratischer Raum voller schneeweißer Artefakte für die Tischkultur, besondere Wohnaccessoires und kleine Glücklichmacher. Die Gratwanderung zwischen Handwerk, Gebrauchswert und Design ist, ganz dem Material entsprechend, hauchdünn, aber solide gebrannt. Die Grundformen der Entwürfe sind neben ihrer Funktionalität meist von einer zeitlosen, angenehm un-überladenen und un-über-colorierten Schlichtheit. Sie sind die Basis aller detail- verliebten Designinterpretationen. Darunter funktionale Basics wie Teller & Becher (in 4 Größen), Schälchen, Schalen, Windlichter, Vasen, Väschen, Salzstreuer für Tisch und Tafel.

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Ergänzt werden sie von raffinierten Etageren mit Unikateinlegeplatten, amorphen Frühstücksplatten, wandschmückenden Berliner Fernsehtürmen oder die „Jetzt ist Jetzt“ Uhren. Kreationen, wie die Kugel-bauchigen Daisy-Engel oder die Immer-Lichter (das sehr gelungene Öllampen-Revival) schmücken gemeinsam mit diversem Baumschmuck wie die Glocken mit puristischem Goldklöppel jede Weihnachtsstube. Dackel, Rehkidse oder kleine Vögel sitzen auf Tellern und Schalen oder können an buntem Geschmeide sogar um den Hals getragen werden.

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Über den schlicht-verspielten Werken thronen Regale mit Pinseln, Stempeln und all den anderen, sehr speziellen filigranen Werkzeugen, dazwischen auch mal eine handgeschriebene Entwurfsskizze. Im Ladengeschäft steht ein gemütlicher Holzkohle-Kachelofen – nebenan stehen der schwere Brennofen, der Rührbottich und ein Bataillon verschiedenster Gussformen. Und an manchen Tagen sieht man Katy Jung dann höchstpersönlich eine „Seifenoper“ in die Form gießen oder eine neue Masse ansetzen. Obwohl sie selbst fast einem ätherischen Porzellanwesen gleicht, ist der Beruf ein zupackender, bei dem jeder Handgriff sitzen muss. Katy Jung ist schon lange in ihrer Aufgabe angekommen und Teil dieses besonderen Ortes. In der Berliner Handmade-Szene zu bestehen bedarf auch einer kämpferischen Natur und sich treu zu bleiben. Das macht das Echte aus, das sie ausstrahlt: „Was wir tun, das lieben wir, wir leben unseren Traum mit allen Hochs und Tiefs. Man muss nur beharrlich und bescheiden bleiben.“

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Dackelteller „Harold“ Foto: Inga Masche / feinesweißes

Wer das weiße Schild der Porzellanmanufaktur feinesweißes in der Lychener 51 entdeckt, begreift auch schnell, dass hier ein Objekt noch Handgriff für Handgriff entsteht. Und wenn er Glück hat, empfindet er etwas heutzutage nur allzu Seltenes: Vertrauen, Wertschätzung und einen Hauch von Verliebtsein in ein weiß-feines Schmuckstück seiner Wahl. Mit diesen edlen Gute-Laune-Produkten will man beim nächsten leckeren Mokka sofort innig mit dem porzellanenen Hohlkörper knutschen, seinen Tisch fein schmücken oder seinen Liebsten eine weiß-güldene Freude machen!

Glück auf weiss in der feinesweißes Porzellanmanufaktur Foto: Anke Sademann

Glück auf weiss in der feinesweißes Porzellanmanufaktur Foto: Anke Sademann

Wenn der Wind durch die Häuserschluchten zieht und das Grau wie Mehltau über der Stadt hängt, dann sehnt man sich nach Parallelwelten. Einem Ort, wo Werte hochgehalten werden. Das Echt-Sein zählt. Wo es leise ist und das Schöne Kraft gibt.

Die Produkte der feinesweißes Porzellan-Manufaktur sind in kleiner Auswahl auch online zu bestellen. Gestempelte und geprägte Personalisierungen für Menschen und Anlässe sind mit Vorlaufzeit von 2 bis 4 Wochen bestellbar.

Am 23.11.2019 feiert feinesweißes sein 5-jähriges Bestehen an diesem Standort! Wir gratulieren jetzt schon!

Text: Anke Sademann
Fotos: feinesweißes / Inga Masche, Anke Sademann

Katy Jung in ihrer feinesweißes Porzellanmanufaktur Foto: Anke Sademann

Adresse: Laden und Manufaktur
feinesweißes Porzellanmanufaktur
in der Lychener Str. 51 im Prenzlauer Berg
Telefon: 030-92255714

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Öffnungszeiten
Do + Fr   11 bis 19 Uhr und Sa 11 bis 17 Uhr und nach Absprache

Alle Produkt-Informationen und Online-Shop
www.feinesweisses.de

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Alle Produktfotos sind von Inga Masche für feinesweißes

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